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Geschichten von unterwegs

Meinen letzten Blogeintrag habe ich noch von der eintägigen Busfahrt von Cusco nach Lima geschrieben und veröffentlicht. Mittlerweile bin ich wieder in gewohnter Umgebung in Sucre und bin auch wieder in den Arbeitsalltag eingestiegen. Aber mit diesem etwas verspäteten ersten Blogeintrag des Jahres 2026 will ich den zweiten Teil meiner großen Südamerikareise mit euch teilen.

Und ähnlich wie Cusco war auch Lima eine wundervolle Stadt. Als Upgrade kam jedoch noch die Pazifikküste hinzu, wo wir die ein oder andere Abkühlung genießen konnten. Ansonsten ist Lima eine riesige Stadt, die wirklich alles zu bieten hat. Seien es kleine gemütliche Künstlerviertel, Strand und Küste, Altstadt oder gigantische Hochhäuser. Insgesamt also definitiv eine Stadt, die es bei Möglichkeit immer einen Besuch wert ist. Umso schöner war es, dass wir unseren Silvesterabend an der Strandpromenade zwischen vielen glücklichen Menschen und einer Menge Feuerwerk mit Blick auf den Ozean genießen konnten und so einen perfekten Start ins neue Jahr hatten.

Ein weiteres Highlight war von Lima ausgehend auch ein Tagesausflug zu einer Seelöweninsel. Und wie der Name schon sagt, sind wir wirklich mit einem kleinen Boot zu einer Insel gefahren, auf der nur Seelöwen leben. Der Höhepunkt war dabei, als wir uns Schwimmwesten angezogen haben und ins wirklich eiskalte Wasser gesprungen sind und direkt neben den Seelöwen schwimmen konnten. Ab und zu spürte man ein kleines Knabbern an den Füßen, weil die wirklich unfassbar neugierigen Tiere alles erkunden, was sie finden können.

Die nächste Station war dann via Flugzeug die kolumbianische Hauptstadt Bogotá, eine sehr lebendige und vielfältige Stadt. Das ist uns direkt an unserem Ankunftstag klar geworden, als auf jedem Plaza Demonstrationen und Festlichkeiten von Venezolanerinnen und Venezolanern stattfanden, da in den Morgenstunden der venezolanische Machtführer und Diktator Nicolás Maduro von den USA festgenommen bzw. entführt und in die USA verschleppt wurde.

In den folgenden Tagen war die Stadt dann ein wenig ruhiger, was wir direkt für kleine Erkundungstouren nutzten. Fehlen durfte dabei nicht das legendäre Fernando-Botero-Museum, welches die irgendwie skurrilen Gemälde des kolumbianischen Künstlers ausstellt, und das kolumbianische Nationalmuseum. Ansonsten fand ich es auffällig, wie bunt Bogotá im Vergleich zu bolivianischen und vor allem europäischen Städten ist; Hauswände werden nicht einfach grau gelassen, sondern in leuchtenden Farben gestaltet, was die gesamte Stadt zum Leben erweckt.

Nach einer anstrengenden Nachtbusfahrt sind wir anschließend im kleinen Touristenörtchen Salento angekommen. Von dort aus haben wir einen Tagesausflug zu den nahegelegenen, riesigen Wachspalmen gemacht, die bis zu 60 Metern groß werden können. Am nächsten Tag stand eine kleine Kaffeefarm auf dem Plan. Während wir auf der Finca einiges über den Kaffeeanbau und die damit verbundene Kultur lernten, bestand der Hin- und Rückweg aus einer abenteuerlichen Quadfahrt durch eine wirklich wunderschöne Landschaft.

Der nächste Stopp unserer Reise war danach die Küstenstadt Santa Marta. Ein Höhepunkt war hier der Tayrona-Nationalpark, der nicht nur tiefen Dschungel, sondern auch perfekte, weiße Strände zu bieten hat.
Und auch Santa Marta wirkt durch die bunte Innenstadt so viel lebendiger als viele andere Städte.

Um nach der ganzen Reiserei und dem täglichen Aus-dem-Koffer-leben noch ein wenig Urlaub anstatt Reise zu haben, sind wir im Anschluss nach Cartagena gefahren, wo wir eine gemütliche Unterkunft mit Pool hatten. Mit diesem perfekt entspannten Abschluss endete unsere Reise und wir machten uns Mitte Januar wieder auf den Rückweg nach Bolivien.

Und während sich dieser Blogbeitrag dem Ende neigt, merke ich, dass es wirklich unmöglich ist, nur ansatzweise rüberzubringen, was ich in diesem einen Monat alles gesehen und erlebt habe. Deswegen freue ich mich auch jetzt schon darauf, noch viel mehr zu erzählen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Denn mittlerweile ist auch schon mehr als die Hälfte meines Auslandsjahres vorbei und die Rückreise kommt immer näher. Hin- und hergerissen zwischen Vorfreude auf Familie, Freunde und Gewohntes, weiß ich aber auch jetzt schon wie sehr ich dieses Abenteuer mit allem drum und dran vermissen werde.
Zum Glück kann ich das Ganze aber noch ein paar Monate genießen 🙂


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