Auch wenn meine große Reise schon zu Ende ist, hören das Abenteuer und vor allem die Ausnahmen vom Alltag nicht auf. Denn nachdem ich wieder in Bolivien angekommen bin, hatte ich noch eine ganze Woche frei, da die Sommerferien bis Anfang Februar andauern.
Um auch diese Woche noch einmal so gut es geht zu nutzen, habe ich mir meine Sachen geschnappt und bin spontan in einen, wenn nicht den, bekanntesten Ort Boliviens gereist.
Ausgangspunkt für meinen Tagesausflug war die Stadt Uyuni, die ich per Nachtbusfahrt von Sucre aus erreicht habe. In Uyuni habe ich anschließend eine Tagestour zum legendären Salar de Uyuni, der größten Salzpfanne der Erde, gebucht. Mit einem kleinen Jeep begann die Tour bei einem riesigen Eisenbahnfriedhof, auf dem unzählige alte Waggons vor sich hin rosten.
Der nächste Halt war dann schon der riesige Salzsee, welcher aufgrund der Regenzeit wie ein riesiger Spiegel wirkte. Denn eine dünne Schicht an Regenwasser reflektierte auf dem weißen Salzboden fast perfekt den beeindruckenden, mit Wolken verdeckten Himmel.
Hier müsst ihr diesmal wirklich einen kurzen Abstecher in die Fotogalerie machen, nicht nur, um die surrealen Bilder vom Salar de Uyuni, sondern auch, um die Fotos meiner vergangenen Südamerikareise zu sehen.
Nach einer kurzen Pause mit Mittagessen in einem ehemaligen Salzhotel, das wirklich aus Salz gebaut wurde, ging die Fahrt weiter. Beim nächsten Stopp konnten wir ein kleines Labyrinth, natürlich aus Salz erbaut, erkunden, welches gleichzeitig voll mit verschiedensten Salzfiguren und -statuen war. Bereits hier konnte man in der Ferne ein kleines Gewitter beobachten. Blitze und Gewitterwolken spiegelten sich hierbei auch auf dem gesamten Salar de Uyuni, was wirklich ein Naturphänomen war. Der Tagesausflug endete mit einem beeindruckenden Sonnenuntergang sowie einem kleinen Snack.
Meine Rückfahrt nach Sucre erwies sich dann allerdings noch als kleine Herausforderung. Denn da wir später als geplant in Uyuni ankamen und ich noch kein Rückfahrtticket gekauft hatte, eilte ich zum Busterminal und traf mit etwas Glück einen Busfahrer, der an diesem Abend nach Sucre fahren sollte. Im Anschluss kaufte ich bei ihm eher unter der Ladentheke ein Ticket und konnte so meine Rückfahrt nach Sucre sichern.
Die restliche Woche verbrachte ich in Sucre, bevor ich mich wieder in den Arbeitsalltag stürzte. Doch glücklicherweise kam bereits zwei Wochen später das nächste Highlight auf mich zu.
Denn bereits in den Tagen vor dem anstehenden Wochenende war eine andere Stimmung in Sucre zu spüren. Das lag nicht nur an den beiden Feiertagen Compadres und Comadres, bei denen erst die Männer und eine Woche später die Frauen ihren ganz eigenen Ehren- und Feiertag haben, sondern vor allem an der Vorfreude auf Karneval. Denn wie in ganz Südamerika ist Karneval auch in Bolivien ein riesiges und farbenfrohes Fest. Bereits Wochen zuvor sah man Musik- und Tanzgruppen für die großen Paraden proben und zudem lernten wir eine ganz besondere Tradition kennen.
Denn während dieser Tage war es tagsüber wirklich warm und passend dazu gibt es in Bolivien eine Tradition, bei der vor allem Kinder und Jugendliche Wasserbombenschlachten austragen. Das heißt, an diesen Tagen war es praktisch unmöglich trocken zu bleiben, da teilweise von fahrenden Autos oder sogar Balkonen aus plötzlich Wasserbomben geworfen wurden.
Insgesamt ist in diesen Tagen eine so fröhliche und von Vorfreude geladene Stimmung zu vernehmen, dass man sofort Lust auf Karneval bekommt.
Letzten Endes habe ich meinen Karneval jedoch nicht in Sucre oder Oruro, wo die größten und traditionellsten Karnevalsparaden sind, sondern in Santa Cruz auf einem Festival verbracht. Während wir am Freitag noch die große, traditionelle Parade, die quer durch Santa Cruz verlief, besuchten, haben wir die nächsten Tage bis einschließlich Dienstag bei Konzertstimmung Reggaeton-Musik gefeiert. Rückblickend kann ich sagen, dass diese vier Tage wirklich gefüllt von guter Laune, Musik und Festlichkeit waren.
Zurück in Sucre beginnt jetzt eine eher ruhigere Zeit, die eher vom Alltag geprägt ist. Um jedoch die kommenden Wochen besonders zu gestalten, besuchen wir als Freiwillige uns gegenseitig in unseren Städten und versuchen auch so, neue Städte wie Potosí zu erkunden.
In diesem Sinne halte ich euch auch in den nächsten Wochen auf dem Laufenden.



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